Soziale Netzwerke haben die Art und Weise verändert, wie wir das Leben wahrnehmen und mit anderen interagieren. Was wir in unseren sozialen Profilen zeigen, was wir schreiben, was wir antworten… all das ist viel überlegter und weniger spontan als bei persönlichen Begegnungen. Im Vordergrund stehen das Hier und Jetzt und das beste Bild von uns selbst zu vermitteln.
Als Reaktion darauf bemühen sich die wichtigsten sozialen Netzwerke, immer fortschrittlichere Filter zu entwickeln, die manchmal statt die beste Version von uns zu zeigen, ein Bild erzeugen, das uns weder repräsentiert noch mit dem wir uns identifizieren können. So ist es auch beim neuesten „Beauty“-Filter des Riesen TikTok passiert. Er heißt Bold Glamour und spaltet die Nutzer in Befürworter und Kritiker.

Das bin nicht ich oder künstliche Intelligenz
Es regt sich zunehmend Widerstand gegen die Oberflächlichkeit, die in sozialen Netzwerken herrscht, vor allem gegen Filter wie Bold Glamour, die das Gesicht komplett verändern. Merkmale werden stärker betont, Falten entfernt und das Gesicht durch künstliche Intelligenz verjüngt; das Ergebnis wirkt genau deshalb künstlich. Nicht im Sinne von „man sieht, dass das nicht dein Gesicht ist“, sondern weil man selbst erkennt, dass dieses Gesicht nicht das eigene ist. Technisch ist das sehr gut umgesetzt, denn selbst wenn man das Gesicht berührt, eine Brille trägt oder sich bewegt, bleibt der Effekt unverändert auf dem Gesicht.
Dieser Hyperrealismus sorgt für die größte Empörung, da er völlig falsche und von der Realität entfernte Schönheitsstandards fördern kann. Außerdem bestätigen Studien, dass Nutzer solcher Filter sich schlechter mit sich selbst und ihrem Körper fühlen, aufgrund der Vielzahl an „gefilterten“ (und damit perfekten) Bildern in sozialen Netzwerken.
Bei Jugendlichen verschärft sich das Problem noch. Jüngere Nutzer sind oft anfälliger dafür, solche Bilder zu verinnerlichen. Eine Studie zeigte, dass Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren, denen Original- oder retuschierte Selfies gezeigt wurden, die retuschierten Fotos als attraktiver empfanden. Zudem waren diejenigen, die retuschierte Fotos gesehen hatten, weniger zufrieden mit ihrem Körper.
Prominente erheben ihre Stimme dagegen
Vor diesem Hintergrund haben sich einige sehr bekannte Gesichter in unserem Land gegen die Nutzung dieses Filters ausgesprochen. Zum Beispiel sagt Paula Echevarría, dass sie sich natürlich viel wohler fühlt als mit der künstlichen Paula, die Bold Glamour erschaffen hat.
Und du, was hältst du von der Nutzung solcher Filter?
